Seite drucken · Schriftgröße:

Sie befinden sich hier: Startseite · Erinnerungen · Schuljahr 1996/97

Schuljahr 1996/97

 

Wozu eine neue Schule? Die alte ist doch eh so schön! meinte eine Mutter vor kurzem, als sie ihr Kind in der Singrienergasse für die erste Klasse anmeldete und von dem Neubau erfuhr. Sie hat nicht so unrecht, wir fühlen uns in diesem Gebäude, das ursprünglich gar nicht als Schule konzipiert war, ja auch wohl. Trotzdem freuen wir uns schon auf das Abenteuer: Neue Schule Draschestraße.

Das war 1996/97

Der Neubau unserer Schule wirft seine Schatten voraus. Viele sehen ihre lange gehegten Wünsche in greifbare Nähe rücken – endlich in einem Schulgebäude mit all den Möglichkeiten unterrichten und arbeiten zu dürfen, die in den meisten anderen Schulen eigentlich selbstverständlich sind. Andere sind verunsichert – wegen der neuen Lage in einem anderen Bezirk, wegen der Vergrößerung des Lehrkörpers, wegen der für zwei bis drei Jahre dauernden Erschwernisse durch das Pendeln zwischen zwei Standorten. Manche sind enttäuscht – ein nicht unwesentlicher, oft langer Lebensabschnitt mit beruflicher Tätigkeit an einem festen Ort geht zu Ende. Wenige wollen der Kollegenschaft den Rücken kehren und sich neuen Zielen in einer anderen Schule zuwenden – oft ist dabei die Verkehrsverbindung zum Wohnort ausschlaggebend.

War es im abgelaufenen Schuljahr vor allem die Planung, die uns beschäftigt hat und die Chance gegeben hat, unsere Vorstellungen und einige Ideen einzubringen, so wird das kommende Schuljahr harte Arbeit bedeuten, vor allem im Juni 1998 mit der bevorstehenden Übersiedlung. Was bisher dazu geschah und was die nächsten Schritte sein werden, können Sie im Kapitel Schule und Schulorganisation nachlesen.

Das Schuljahr 1996/97 hat uns auch eine Fülle von Neuerungen in den Schulgesetzen gebracht, wobei viele den weiteren Ausbau der Schulautonomie betreffen. So dürfen Schulen seit Februar 1997 Werbung betreiben und daraus Einnahmen tätigen, die dem Schulbudget zufließen. Die Wirtschaft hat den Werbeträger Schule bereits intensiv wahrgenommen und verschiedene Angebote an uns herangetragen. In einem immer härter werdenden Wettkampf der Schulen untereinander, der sich auch in mir fragwürdig erscheinenden Rankings zeigt, werden wir an derartigen Angeboten kaum vorübergehen können. Werbefreie Schulgebäude werden sich wohl nur Privatschulen oder Schulen mit einer finanzkräftigen Elternschaft in sogenannten Nobelbezirken leisten können.

Eine weitere Einnahmequelle für die Schule entsteht durch die Möglichkeit, seit Februar 1997 für die Überlassung (Vermietung) von Räumen Rechnung zu legen. Trotz unserer bescheidenen und beengten

Verhältnisse in den Turnsälen sind derzeit drei Sport- und Gymnastikvereine bei uns tätig. Günstiger ist die Vermietung des EDV-Saals, der – bestens ausgestattet – eine nicht unwesentliche Einnahme ausweist.

Die für die Schülerinnen und Schüler meiner Meinung nach wesentlichste Neuerung in den novellierten Schulgesetzen ist der Entfall der Gefährdungen sechs Wochen vor Schulschluß und deren Ersatz durch ein sogenanntes Frühwarnsystem, das mit Beginn des zweiten Semesters einsetzt. Dieses Frühwarnsystem verpflichtet die Lehrer/innen in jenen Fällen, wo ein Schüler / eine Schülerin auf Nicht genügend steht, ab dem Sommersemester mit den Erziehungsberechtigten Kontakt aufzunehmen, in einem Beratungsgespräch mit diesen Strategien zur Verbesserung der Situation zu erarbeiten und so die Gefahr schulischen Versagens möglichst frühzeitig aufzuzeigen und letztendlich abzuwenden. Nach den ersten Erfahrungen mit den neuen Maßnahmen wird es wohl einige Zeit dauern, bis dieses neue Instrumentarium von allen Beteiligten als sinnvoll und nützlich eingeschätzt  wird. Für berufstätige Eltern wird es oft schwierig sein, in jedem Fall die angebotenen Gesprächstermine wahrnehmen zu können, die Lehrer/innen werden mit viel Augenmaß an eine Verständigung im Sinne des Frühwarnsystems herangehen müssen. Es gilt abzuwarten, ob insgesamt durch den vermehrten Arbeitsaufwand der Lehrer/innen tatsächlich eine Verringerung der Versagensquote erreicht wird.

Der Jahresbericht des GRg 12 bringt im folgenden wiederum Dauerbrenner und neueste Neuigkeiten, Altbekanntes und aktuelle Trends, harte Zahlen und Fakten über unsere Schule und phantasievolle Illustrationen, Produkte solider pädagogischer Tradition und Hinweise auf Versuche, neue Wege zu gehen; all das und noch viel mehr finden Sie, liebe Leserin, lieber Leser, in unserem Jahresbericht 1996/97.

 

Downloads

Jahresbericht 1996/97 (PDF, 800KB)