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Sparkling Science

Mitarbeit am Forschungsprojekt „The Profiler“

Es freut uns, dass das Sparkling Science-Projekt „The Profiler“, das wir gemeinsam mit der TU Wien und der Karl-Franzens-Universität Graz eingereicht haben, als förderungswürdig erachtet worden ist. In diesem Projekt geht es unter anderem darum, dass die Schüler/innen ein (kritisches) Medienbewusstsein im Umgang mit Facebook, WhatsApp & Co. entwickeln und dass durch die aktive Einbindung in den Forschungsprozess schon früh ihr wissenschaftliches Interesse geweckt wird.

 

Jennifer, 14 Jahre, hat zu ihrem Geburtstag ein Smartphone geschenkt bekommen. Seither ist sie eine begeisterte und aktive SNS-Benutzerin und Fotografin. Aktuelle Erlebnisse, wie vom letzten Badeurlaub, hält sie in Bildern und kurzen Kommentaren fest und teilt sie mit anderen in Facebook und netlog. Besonders spannend findet sie die Kommentare, die andere dazu schreiben. Auf ihr letztes hochgeladenes Bild ist sie besonders stolz, denn mit einer Rückmeldung von mehr als 100 „Likes“ und 30 Kommentaren hätte sie nie gerechnet. Aber bereits einige Tage später erhält sie Emails, WhatsApp Messages und Kommentare von Personen, von denen sie noch nie gehört hatte. Sie wurde sogar in der Schule auf ihre Bilder von Schülerinnen angesprochen, mit denen sie die Bilder nie geteilt hatte.
Jennifer dachte, das wird schon irgendwann vorbeigehen, doch es wird immer mehr. Sie hat keine Idee, wer da aller an ihre Bilder gekommen ist, noch wie das passieren konnte und wie sie das beenden könnte.
"There is no privacy; deal with it"
(Roger Chesley; The Virginian-Pilot, 4/2009)

 

Im geplanten Projekt wird veranschaulicht, wie personenbezogene Bilder verknüpft und computergestützt analysiert werden können. Dies soll mithilfe des Profilers, einer Software, die für das Projekt entwickelt wird, demonstriert werden. Mit dem geplanten Tool können Jugendliche erkennen, wie unbekannte Absender von WhatsApp Messages wissen, wie Jennifer aussieht, wie alt sie ist und wie sie an ihre Bilder gekommen sind. Sie können Szenarien wie bei Jennifer am eigenen Leib exerzieren und demonstrieren: Durch die Benutzung werden sie damit konfrontiert, welche Bilder über sie im Internet verfügbar sind und wie gut sie online auf Basis von Bilddaten aus einer riesigen Datenmenge auffindbar sind. Außerdem erhalten sie eine detaillierte Beschreibung ihrer Person rein auf Basis dieses Bildinformationsmaterials, welche wiederum zur Suche nach spezifischen Personengruppen eingesetzt werden kann. Anhand des Tools soll daher das aktuelle Bewusstsein Jugendlicher im verantwortungsvollen Umgang mit personenbezogenen Daten im Internet zu Projektbeginn erfasst, durch die aktive Mitarbeit im Projekt gefördert und die Auswirkungen des Projektes darauf evaluiert werden.

Das Projekt soll einen Eindruck vermitteln, was heute aus technischer Sicht im Kontext der Extraktion und Verarbeitung von Daten im Internet möglich ist, eingesetzt wird und in welche Richtung die Weiterentwicklungen gehen und damit in provokanter Weise das Bewusstsein der Jugendlichen schärfen.