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Sie befinden sich hier: Startseite · Erinnerungen · Schuljahr 2008/09 · Ziegelböhm und Böhmische Köchin · Projektbeschreibung

Projektbeschreibung

 

Idee war vom Namen der Schule auszugehen und Heinrich Drasche als Besitzer der Wienerberger Ziegelwerke führt direkt zum Bauboom in Wien um 1900, zum Bau der Wiener Ringstraße und dem Schatten dieser Prachtstraße mit ihren Palästen und Denkmälern. Die blutige Ausbeutung der böhmischen Ziegelarbeiter, die am Wienerberg Millionen von Ziegeln erzeugten und ihre elenden Wohnverhältnisse scheinen heute fast vergessen. Aber auch die Dienstmädchen und Köchinnen, die als Hausklaven in den bürgerlichen Häusern ein hartes Leben hatten und ohne die es die weltbekannte Wiener Küche gar nicht geben würde.

Der besonders geschichtsträchtige Ort und seine jetzige Gestalt sollen in Begehungen, architekturhistorischen Führungen, Recherchen und Workshops erlebar, greifbar und lebendig gemacht werden. Denkmale sollen zum Sprechen gebracht, erkundet und aktiv untersucht werden.

Die Schülerinnen werden kurzfristig zu Archäologen, Architekten und Journalisten, um Zug um Zug ein genaueres Bild von der damaligen Zeit und vom heutigen Ist Zustand zu gewinnen.

Straßennamen werden analysiert, Häuser bekommen ein Gesicht und Orte der Erinnerung werden erforscht.

Spuren auf der Landkarte werden genauso untersucht wie Spuren auf der Speisekarte und Namen im Telefonbuch.

Ein Wandbild, eine Landkarte von der Gegend um den Wienerberg mit den bedeutensten Stationen soll als Erinnerungstafel ebenso entstehen, wie ein gedeckter Tisch mit Speisen aus aller Welt als Denkmal für die Vielfalt und den Genuss, den andere Menschen in unsere Kultur bringen. Wenn auch viele Menschen Probleme mit hier lebenden Ausländern haben, so ist uns doch das Fremde in Form von Speisen ein willkommener Gast. Wir wollen mit unserem kulinarischen Denkmal an die einst Fremden, die Zugewanderten und Ärmsten erinnern, denn was sie mitgebracht haben, hat nachhaltig unsere Kultur beeinflusst und ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken.

Es soll eine Spurensuche in die Vergangenheit sein, ein aufmerksames Schauen auf das  Jetzt und ein Blick in die Zukunft, in der wir vielleicht in einer gerechteren Welt leben und uns gegenseitig respektieren werden, trotz unterschiedlicher Herkunft und Kultur.